Ungewollten Shutdown oder Neustart eines Linuxsystems verhindern

Heute war es nun endlich soweit. In meiner nicht mehr ganz so kurzen Laufbahn als #Sysadmin habe ich es geschafft ein (Kunden)System aus versehen herunterzufahren. Angemeldet, root geworden, halt eingegeben, Schrecksekunde, shutdown -c eingegeben, Connection lost…

Per Twitter wurde ich dann auf das Paket „molly-guard“ aufmerksam gemacht.

Die Beschreibung des Debian-Paketes sagt dazu:

Schützt Rechner vor unbeabsichtigtem Herunterfahren/Neustart
 
Dieses Paket installiert ein Shell-Skript, welches die Befehle 
shutdown/reboot/halt/poweroff überlagert. Das Skript ruft zunächst 
eine Reihe weiterer Skripte auf, die alle erfolgreich durchlaufen 
müssen, bevor molly-guard den realen Befehl aufruft.
 
Eines der Skripte sucht nach bestehenden SSH-Sitzungen. Wenn einer 
der vier Befehle interaktiv innerhalb einer SSH-Sitzung aufgerufen 
wird, fragt Sie das Shell-Skript nach dem Namen des Rechners, der 
heruntergefahren werden soll. Das sollte Sie angemessen vor 
unbeabsichtigtem Herunterfahren und neuem Starten schützen.
 
molly-guard lenkt die ursprünglichen Binärprogramme nach 
/lib/molly-guard/ um. Sie können molly-guard umgehen, indem Sie die 
Binärprogramme direkt aufrufen.

Für die Zukunft habe ich mir gemerkt: apt-get install molly-guard

Übersicht: Wichtige S.M.A.R.T Werte und Ihre Bedeutung

Im IT-Administrator 07/2014 gibt es einen guten Artikel zum Thema S.M.A.R.T Werte bei Festplatten. Da das Thema bei uns in der Firma immer mal wieder aktuell ist und vor allem die Frage im Raum steht wie man Festplatten durch Monitoring besser überwachen kann ist eine Tabelle sehr gut, die aufzeigt welche SMART Werte in der Praxis überhaupt von Relevanz sind und was sie beziehungsweise eine Änderung bedeuten. Für meine eigene Dokumentation möchte ich diese hier einmal festhalten:

 

WertBedeutung
Spin_Up_Time (ID:3)Die Zeit in Millisekunden, die der Plattenstapel beim Hochfahren benoetigt, um auf Nenndrehzahl zu kommen. Steigt dieser Wert ploetzlich an, deutet das auf ein defektes Plattenlagter oder Motorproblem hin.
Spin_Retry_Count (ID:10)Anzahl der Fehlstarts beim hochdrehen des Plattenstapels. Dreht der Plattenstapel nach kurzer Zeit nicht mit Nenndrehzahl, wird ein erneuter Startversuch unternommen. Beginnt dieser Wert ueber 0 zu steigen, deutet das auf ein defektes Plattenlager oder Motorproblem hin.
Calibration_Retry_Count (ID:11)Anzahl der Rekalibrierungsversuche. Schaffen es die Koepfe nicht, sich in der vorgegebenen (kurzen) Zeit genau ueber einer Spir zu platzieren, muss eine Rekalibrierung initiiert werden. Steigt dieser Wert, deutet das vor allem bei aelteren Laufwerken auf beginnende Probleme der Festplattenmechanik hin.
Power_On_Hours (ID:9)Anzahl der Betriebsstunden. Der Wert waechst im Laufe der Zeit und zeigt lediglich das Alter der Festplatte in Stunden (manchmal Minuten oder Sekunden) an.
Temperature_Celsium (ID:194)Aktuelle Temperatur im Laufwerk. Der Wert sollte ganz grob moeglichst im Bereich von 30°C-40°C liegen - zu warme Festplatten (>45°C) aber auch kalte Platten (<20°C) haben ein deutlich erhoehtes Ausfallrisiko.
UDMA_CRC_Error_Count (ID:199)Anzahl der fehlerhaftern Uebertragungen zwischen Festplatte und Controller. Werte ueber 0 deuten auf schlecht eingesteckte Verbindungskabel, mangelde Abschirmung oder Wackelkontakte hin. Sehr hohe Werte (mehrere tausend) koennen Ihre Ursache in einem defekten Controller-Chip haben.
Reallocated_Sector_Ct (ID:5)Anzahl der reallozierten Sektoren. Sobald ein Sektor mehrfach nicht mehr korrekt gelesen/geschrieben/geprueft werden kann, wird er in einen reservierten Bereich der Platte ausgelagert (sparse area). Dies ist ein deutliches Warnzeichen, weil es auf beginnende Oberflaechenprobleme hinweist. Beginnt dieser Wert ueber 0 zu wachsen, steht oft ein Festplattenausfall (head-crash) bevor.
Seek_Error_Rate (ID:7)Eine nicht naeher spezifizierte Rate fuer Positionierungsfehler der Schreib-/Lesekoepfe. Steigt dieser Wert, deutet das auf Probleme mit der Positionierung der Koepfe hin - Ursache koennen Servofehler, thermische Ausdehnung oder mechanische Ausfallerscheinungen sein.
(Raw_)Read_Error_Rate (ID:1)Eine nicht naeher spezifizierte Rate fuer Lesefehler. Ein steigender Wert bedeutet, dass die Oberflaeche der Platten beschaedigt ist oder die Schreib-/Lesekoepfe fehlerhaft arbeiten.
Uncorrectable_Sector_ct (ID:198)Anzahl der Versuche, fehlerhafte Sektoren ohne Erfolg zu lesen oder zu schreiben. Ein steigender Wert zeigt defekte Plattenoberflaechen oder Fehler in den Schreib-/Lesekoepfen an.
Free_Fall_Protection (ID:254) und nG-Sense_Rerror_Rate (ID:221)Wird bei Notebook-Festplatten die 'Free Fall Protection' ausgeloest (Platte befindet sich bei 0 G im freien Fall) und/oder gibt es Fehler durch zu hohe G-Raten (Vibration/Stoesse), steigen diese Werte. Das wiederum deutet auf einen sehr rauhen Umgang mit den Notebook hin.
Load_Cycle_Coung (ID:193)Anzahl der Unload/Load-Zyklen der Schreib-/Lesekoepfe. Viele (Notebook-)Festplatten parken ihre Koepfe (unload) nach wenigen Sekunden Leerlauf, um Energie zu sparen. Schreibt ein Betriebssystem wie Linux alle paar Sekunden beispielsweise eine Log-Datei, muessen die Koepfe dazu wieder 'ent-parkt' werden (load). Die maximale Anzahl von Unload-/Load-Zyklen sollte je nach Hersteller 100.000 bis 600.000 nicht ueberschreiten, waechst im obigen Szenario jedoch um ueber 100 pro Stunde. Das Unload/-Load Maximum ist so innerhalb eines Jahres erreicht. Abhilfe schafft ein Abschalten der Energiespar-Option.
Current_Pending_Sector_Ct (197)Dieser besondere Wert zeigt die aktuell nicht korrekt les- oder schreibbaren Sektoren an, die noch nicht remappt wurden. Ist ein Sektor auch nicht mit Hilfe der Fehlerkorrektur (ECC)lesbar, erhaelt er zunaechst den Status 'current pending sector'. Der Sektor wird nun aber noch nicht remapped, weil sein Inhalt (bei Lesefehlern) ja nicht bekannt ist und ein spaeterer Versuche vielleicht erfolgreich ist. Erst nach mehreren erfolglosen Lese-Versuchen wird der Sektor als fehlerhaft markiert und Reallocated_Sector_Ct (ID: 5) um den Wert 1 erhoeht. Wird andererseits schreibend auf den Sektor zugegriffen, muessen die Daten zuvor logischerweise nicht gelesen werden. Die Festplatte markiert den Sektor dann endgueltig als fehlerhaft und mapped ihn in den reservierten Bereich um.

Unix Timestamp vs. Java Timestamp

Wer als Sysadmin mit Java Entwicklern zu tun hat und beide wie selbstverstaendlich ueber Timstamps reden, dann gibt es doch einen entscheidenen Unterschied. Beide Timestamps geben die Zeit seit dem 01.01.1970 00:00:00h wieder. Unix Timestamps jedoch in Sekunden, Java Timestamps in Millisekunden.

Fuer die Praxis:

  • 01.01.2014 00:00:00 als Unix Timestamp:
    user@host:~$ date -d "2014-01-01 00:00:00" "+%s"
    1388530800
    user@host:~$
  • 01.01.2014 00:00:00 als Java Timestamp:
    usaer@host:~$ echo $(date -d "2014-01-01 00:00:00" "+%s")*1000 | bc
    1388530800000
    user@host:~$